Wunschminimalismus

Mit Wunschminimalismus meine ich mal nicht Sparsamkeit und Ressourcenschonung. Hier geht es eher darum, mich selbst zu fragen, wie wahrscheinlich die Erfüllung meines Wunsches wohl ist.

Materielle Wünsche kann man auch mit Hilfe anderer erreichen

Materielle Wünsche können wir uns heutzutage meist selbst erfüllen. Die kleinen Wünsche relativ zeitnah, die großen eher später. Wenn ich neue Tapeten möchte, kann ich das mit ein bisschen Geschick und Geld schon bald verwirklichen. Will ich aber ein ganzes neues Haus, muss ich mich zunächst um die kleinen, notwendigen Schritte kümmern. Beispielsweise sollte ich meine Finanzen prüfen, einen Bausparvertrag abschließen und fleißig Geld verdienen. Dann, nach ein paar Jahren, kann  ich den Wunsch Schritt für Schritt in die Tat umsetzen. Wenn ich großes Glück habe, kann ich aber auch meine reichen Verwandten fragen, ob sie mir nicht ein Haus schenken wollen. Aber diese Methode funktioniert nur bei sehr wenigen Leuten. 😉

Nichtmaterielle Wünsche kann man nur selbst erreichen

Alle nichtmateriellen Wünsche muss ich mir auf jeden Fall selbst erfüllen, weil nur ich selbst mein Leben leben kann. Wenn ich das Abitur haben will, kann ich das nur allein schaffen. Niemand kann mir das schenken. Wenn ich ein Instrument spielen können möchte, nützt es mir nichts, mir nur ein Instrument zu kaufen. Liegt die schöne neue Gitarre  ungenutzt in der Ecke, wird sich mein Wunsch nicht erfüllen, egal wie inbrünstig ich mich danach sehen, sie spielen zu können.

Wieviel Disziplin ist mir mein Wunsch wert?

Wünsche kosten immer ein gewisses Maß an Disziplin. Bevor ich mir eine Gitarre oder ein Klavier kaufe, sollte ich mir ein paar grundlegende Dinge überlegen:

  • Wie gut will ich mit meinem Instrument (wahlweise auch Sport, Malen, Singen …) werden?
  • Wieviel Zeit kann und will ich dem Üben widmen?
  • Wie tolerant sind meine Nachbarn, wenn es sich um eher laute Übungen handelt?
  • Kann und will ich mir einen Lehrer leisten? Gruppenunterricht? Einzelunterricht?
  • Muss es am Anfang schon ein High-End-Gerät sein oder tut es auch eine simple Version des Instruments?
  • Kenne ich vergleichbare Situationen aus der Vergangenheit? Habe ich damals die nötige Disziplin gehabt, um meine Ziele zu erreichen?
  • Wie negativ belastet ist der Begriff Disziplin für mich? Kann ich ihn umbenennen, damit ich mehr den Spaß an der Sache empfinde?
  • Usw. usf.

Verschwende deine Zeit nicht mit Wünschen, für die du noch nicht bereit bist

Oft bilden wir uns ein, etwas haben oder können zu wollen, obwohl wir nicht bereit sind, etwas dafür zu tun. Im Prinzip wäre das egal, wenn es uns nicht so unendlich viel Zeit und gute Laune kosten würde. Wenn wir uns in unerreichbare Ziele versteigen, blockieren wir unsere Zeit für die sinnvollen und schönen Dinge des Lebens.

Ich kenne viele Menschen, die sich sehnlichst wünschen abzunehmen, aber noch nicht im Ansatz in der Lage sind, das Notwendige dafür zu tun. Und wie oft habe ich schon gehört, dass Menschen gerne eine bestimmte Sportart könnten. Sie sind aber weit entfernt davon, es jemals zu probieren. Aus welchen Gründen auch immer.

Wenn dich mal wieder ein Wunsch plagt, wende den Wunschminimalismus an:

Frage dich, wie wichtig dir der Wunsch ist, wie viel du dafür tun willst und ob du dir die notwendigen Schritte finanziell und zeitlich leisten kannst und willst.

Wenn durch deine Antworten nicht dein ernsthafter Wille deutlich wird, lass den Wunsch als kleinen, unwichtigen Gedanken ziehen.  Du verschwendet sonst zu viel Zeit und Energie mit sinnlosem Wünschen, das dich unglücklich macht. Unglücklich deshalb, weil du dir immer wieder selbst vor Augen führt, was du noch nicht kannst. Befasse dich stattdessen lieber mit Dingen, die du gut kannst und gern machst.

In meinem Buch habe ich eine solche dumme Wunschaktion von mir beschrieben. Damals wollte ich plötzlich das Malen lernen. Natürlich habe ich es nicht gelernt, weil es mir (im Nachhinein betrachtet) die Mühe nicht wert war. Ich hatte mich nicht gründlich genug gefragt, ob ich das wirklich will. Zum Glück ging die Sache ohne große Verluste aus und ich kann heute darüber lachen. Aber viele Menschen sitzen auf teuren Utensilien fest, die ihnen täglich ins Gesicht sagen, dass sie etwas nicht geschafft haben.

Ich umgebe mich lieber mit den Dingen, die ich gut kann und oder die ich wirklich will. Und die gehe ich dann mit viel Disziplin und Spaß an.

Neu hier? –> Klick hier oder auf das Bild!