Richtig heizen – viel Geld sparen

Mit der richtigen Heizmethode können wir viel Geld sparen

Allmählich wird es jetzt doch kalt. Da stellt sich die Frage, wie heize ich eigentlich richtig? Und kann ich mit der richtigen „Technik“ Geld sparen?

Hierzu sollten wir uns ein paar Dinge klar machen:

  • Wie funktioniert die Wärmeregulation des Körpers?
  • Was sollte ich bei der Wärmeregulation in der Wohnung beachten?
  • Welche technischen Dinge sollte ich über meine Heizung wissen?

Warum wir frieren oder schwitzen

Wenn wir frieren oder schwitzen, hat das nicht nur mit der absoluten Temperatur zu tun, die uns umgibt. Es spielen dabei auch viele relative Faktoren eine Rolle. Wenn ich zum Beispiel von einem Spaziergang bei minus 15 Grad in einen Raum komme, in dem es  plus 16 Grad Celsius „warm“ ist, erscheint mir das zunächst sehr warm. Dann bin ich froh, wenn ich Mantel, Mütze und Schal schnell ausziehen kann. Bei plus 20 Grad wird es mir vermutlich sogar richtig heiß, denn mein Körper erfährt eine noch größere Temperaturdifferenz. Wahrscheinlich fange ich sogar an zu schwitzen.

Sitze ich aber länger leichtbekleidet still auf dem Sofa, wird es mir bei plus 20 Grad bald kühl, weil diese Temperatur beim ruhigen Sitzen nicht so richtig kuschelig ist. Ich hole mir also eine warme Jacke, um bei derselben Temperatur, bei der ich unter bestimmten Umständen wie bei einem Temperaturwechsel oder körperlicher Anstrengung schwitzen kann, jetzt nicht zu frieren.

Ein weiterer Faktor für unser Wärmeempfinden ist die Sauerstoffsättigung in unserer Umgebungsluft. Wenn ich regelmäßig frischen Sauerstoff in die Wohnung lasse, bekommt mein Körper genug Sauerstoff, um selbst Wärme zu produzieren, denn Wärme entsteht durch Verbrennung und Verbrennung braucht Sauerstoff, sonst kann sie nicht stattfinden.

Frieren ist der Versuch des Körpers, durch das Zusammenziehen der Blutgefäße, die eigene Wärme im Körper zu halten. Deshalb wirken frierende Menschen eher blass. Außerdem versuchen unsere Muskeln durch Zittern (schnelle Muskelbewegungen) die Verbrennung anzukurbeln und neue Wärme zu produzieren. Wenn aber kein Sauerstoff für die Verbrennung da ist, kann auch nicht genug Wärme produziert werden und wir fühlen uns immer kälter und unbehaglicher.

Umgekehrt reagiert der Körper, wenn ihm zu warm ist. Er stellt die Blutgefäße weit, um die überschüssige Wärme aus dem Körperinneren nach außen abzuleiten. Die Haut sieht gerötet aus und mit Hilfe von Schweiß versucht der Körper seine Oberfläche abzukühlen. Wenn es objektiv nicht zu warm in der Wohnung ist, ist dies trotzdem ein guter Zeitpunkt, um eine kurze Stoßlüftung durchzuführen. Sie sollte aber nur ein paar Minuten dauern, damit die Wohnung nicht unnötig stark auskühlt.

Stoßlüften ist besser als Kipplüften

Zwar würden ständig gekippte Fenster jede Menge Sauerstoff zur Verfügung stellen, aber es wäre heiztechnisch unsinnig und furchtbar teuer, weil die Heizung so immer auf voller Kraft laufen müsste, um die eingestellte  Raumtemperatur zu halten. Was wir aber wollen, ist genug Sauerstoff und gleichzeitig viel Geld sparen.

Für genug Sauerstoff sorgen wir, wenn wir zwei bis viermal täglich stoßlüften, am besten quer durch die Wohnung. Hierfür stellt man kurz alle Heizungen ab und öffnet alle Fenster sperrangelweit für drei bis fünf Minuten. Danach sofort wieder die Fenster schließen und die Heizungen wieder auf die gewünschte Temperatur einstellen.

Bei dieser Technik bleibt die Wärme in der Wohnung weitgehend erhalten, weil die kalte Außenluft nicht genug Zeit hat, um alle Wände, Möbel und Textilien auszukühlen. Trotzdem findet beim Querlüften ein kompletter Luftaustausch statt, bei dem neuer Sauerstoff aufgenommen und altes Kohlendioxid rausgelassen wird. Die Heizung muss danach nicht viel Energie aufwenden, um wieder die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

Die richtige Luftfeuchtigkeit sorgt für Wohlbefinden

Zu trockene Luft lässt uns schnell frieren und sorgt für zu viel Staubentwicklung in der Wohnung. Zu feuchte Luft kann Schäden an Wänden, Fenstern und Möbeln verursachen. Je nach Ausmaß der Schäden kann letzten Endes sogar unsere Gesundheit darunter leiden. Deshalb ist es wichtig, für ein gesundes Wohnklima zu sorgen.

Empfohlene Richtwerte für die Luftfeuchtigkeit sind:

  • Wohn-, Arbeits-, Kinder- und Schlafzimmer, Diele = 40 – 60 %
  • Küche, Keller = 50 – 60 %
  • Bad = 50 – 70 %

Hygrometer, Thermometer, Raumfeuchtigkeit, Luftfeuchtigkeit, Messen, HaushaltZur Kontrolle reicht ein günstiges Hygrometer. Tendenziell ändern sich die Werte nicht sehr. Je nach Bausubstanz ist eine Wohnung eher feucht oder trocken oder im günstigsten Fall optimal. Im Winter ist die Luft eher etwas trockener, im Sommer etwas feuchter, aber auch das unterliegt einer gewissen Regelmäßigkeit. Deshalb muss man nicht für jeden Raum ein Hygrometer haben. Es reicht eins, das man bei Bedarf mal in diesem, mal in jenem Zimmer aufstellt.

Wenn die Luft zu trocken ist, helfen Grünpflanzen besser als jeder Luftbefeuchter, den man sich an die Heizung hängen kann. Ein häufiges Problem bei diesen Behältern ist die Gefahr der Verkeimung. Wer sich trotzdem lieber damit als mit Pflanzen behelfen will, sollte sie regelmäßig in der Spülmaschine bei hoher Wassertemperatur reinigen oder mit möglichst heißem Wasser spülen.

Die richtige Handhabung eines Heizungsthermostats

Viele Menschen glauben, dass eine Heizung schneller warm wird, wenn sie sie maximal aufdrehen. Das ist nicht so, denn ein Thermostatventil arbeitet nicht schneller, wenn es größer aufgedreht wird. Es lässt immer genau so viel warmes oder heißes Wasser einfließen, wie es braucht, um die Raumtemperatur auf die gewünschte Gradzahl zu bringen. Dazu muss man wissen, dass die gewünschte Raumtemperatur über das Ventil ziemlich genau reguliert werden kann:

Stufe * =  ca. 6 Grad (Frostschutz)
Stufe 1 =  ca. 12 Grad
Stufe 2 = ca. 16 Grad
Stufe 3 = ca. 20 Grad
Stufe 4 = ca. 24 Grad
Stufe 5 = ca. 28 Grad

Angenommen ich habe eine aktuelle Raumtemperatur von 12 Grad Celsius. Wenn ich den Raum jetzt so schnell wie möglich auf 20 Grad bringen will, reicht es aus, den Thermostat auf die Stufe 3 zu stellen. Die Fließgeschwindigkeit des heißen Wassers findet so lange mit maximaler Kraft statt, wie nötig ist, um 20 Grad Raumtemperatur zu erreichen.

Auf Stufe 4 dauert es exakt genauso lange, die gewünschten 20 Grad zu erreichen. Nur endet dann das Heizen nicht, sondern geht weiter hoch bis 24 Grad. Dann ist es mir aber schon wieder zu warm und ich muss die überschüssige Wärme über ein geöffnetes Fenster ableiten. So vergeude ich jedes Mal viel Heizenergie, wenn ich die Heizung zu hoch einstelle, habe aber keine beschleunigte Heizleistung.

Wenn sich der Thermostat hinter einem Vorhang oder Möbeln befindet, funktioniert die Gradeinteilung nicht mehr genau, weil in einer warmen Nische die Temperaturmessung nicht mehr optimal funktioniert. Dann muss entweder der Thermostat etwas höher reguliert oder (noch besser) die Verdeckung beseitigt werden.

Heizkörperventil, Thermostat, Heizkörperthermostat, programmierbar, Temperatur, regulierenProgrammierbare Thermostatventile

Eine sehr praktische Sache sind programmierbare Thermostatventile. Mit ihnen kann man einstellen, zu welchen Tageszeiten man wieviel Grad in der Wohnung haben möchte. Man kann zum Beispiel eine automatische Nachtabsenkung programmieren und über Tag, wenn man sowieso außer Haus ist, die Temperatur ebenfalls etwas reduzieren. Pro eingespartem Grad Raumtemperatur spart man laut Stiftung Warentest bis zu 6% Heizkosten. Rechnet man das auf acht bis zehn Stunden Abwesenheit plus acht Stunden Nachtabsenkung hoch, kommt da schon einiges an Ersparnis zusammen.

Es ist aber nicht klug, die Temperatur bei Abwesenheit komplett herunterzufahren, weil dann zum Hochheizen später viel  mehr Energie nötig ist, als man bei einer moderaten Absenkung der Temperaturen verbrauchen würde.

Fazit

Es ist nicht sinnvoll, die Heizung allein aufgrund des eigenen Wärmeempfindens zu regulieren. Besser ist es, sich an objektive Messwerte zu halten und bei Kältegefühl erst mal zu schauen, ob man nicht an anderen „Stellschrauben“ regulieren kann. Vielleicht hilft eine dickere Jacke, ein heißer Tee oder am Abend eine kuschelige Decke auf dem Sofa, statt gleich den Thermostat hochzudrehen. Auch ein kuscheliger Mops auf dem Schoß oder eine anschmiegsame Katze auf den Füßen können wunderbar wärmen.

Ich selbst habe in jedem Raum ein kleines digitales Thermometer, mit dem ich die tatsächliche Temperatur überprüfe, wenn mir zu warm oder zu kalt ist. So komme ich nicht in Versuchung, unnötig am Thermostat herumzuschrauben, wenn die Ursache für meine Missempfindungen nicht in der realen Temperatur zu finden sind, sondern in meinem subjektiven Gefühl von Wärme oder Kälte. Im letzten Jahr hatte ich eine Heizkostenrückerstattung von 445,- Euro. Ich denke, da hat sich die Investition in die Raumthermometer klar amortisiert.

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Foto: (c) 5688709 Pixabay.com.

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