Putzen

Welche Putzutensilien brauche ich?

Staubsauger und ggf. Staubsaugerbeutel
Staubwedel mit Einmalbezug oder Staubtuch aus Mikrofaser
Besen, Handfeger und Kehrblech
Mop mit abnehmbaren, waschbaren Bezügen aus Mikrofaser
Evtl. ein Schrubber für hartnäckigere Verschmutzungen
1-2 Eimer
Haushaltshandschuhe
Mikrofaser-, Viskose- und Baumwolltücher zum Abstauben und Putzen
Spültücher, Spülbürste
Küchenkrepp
Für die Duschwand und die Fliesen ein Abzieher mit Gummilippe
Müllbeutel für die verschiedenen Abfalleimer und Müllsäcke für größere Entsorgungsaktionen
Sprühflaschen für selbst gemischte Putzmittel (Bitte nie verschiedene Putzmittel miteinander mischen (Gefahr von gefährlicher Gasentwicklung!), immer nur vorschriftsmäßige Verdünnungen mit Wasser herstellen.)

Welche Putzmittel brauche ich?

Allzweckreiniger
Badreiniger oder Zitronensäure zum selbst mischen
Glasreiniger (eher selten)
Milde Scheuermilch, Backpulver, Zitronensäure, Essig oder wenn vorhanden Spülmaschinenreiniger (Pulver)
Für den besseren Duft Zitronensaftkonzentrat
In der Regel brauchen wir KEINE Desinfektionsmittel –  siehe hierzu auch unter Hygiene nach.

Wirklich nur so wenig?

„Was? So wenig?“, werden sich jetzt sicher Einige fragen, aber das reicht in der Regel tatsächlich aus.

Wenn wir in unsere Abstellkammern oder Putzmittelschränke schauen, sehen wir oft viele, viele Dinge, die wir aus der Werbung kennen und die uns unentbehrlich schienen, als wie sie kauften. Wenn wir sie aber überhaupt jemals ausprobiert haben, in unseren täglichen Arbeitsablauf wurden sie nie integriert. Nach dem ersten Versuch landen die meisten „innovativen“ und „unentbehrlichen“ und „unübertroffen tollen“ Mittel und Gerätschaften in einer Ecke und haben nur noch die eine Funktion, uns jedesmal, wenn wir sie wiedersehen, ein schlechtes Gewissen zu machen. Mehr können sie nicht und mehr werden sie auch nie für uns tun. Also sollten wir sie ganz schnell aufbrauchen oder verschenken, bevor sie uns noch einen weiteren Tag nur durch ihre Anwesenheit versauen.

Die meisten dieser Haushaltsgeräte und Mittel kaufen wir nur, weil wir dann das Gefühl haben, wir tun etwas für unseren Haushalt, der es mal wieder richtig nötig hat. So haben wir für ganz kurze Zeit ein ähnliches Gefühl, als hätten wir schön geputzt und sauber gemacht. Nur haben wir das in Tat und Wahrheit eben nicht getan und dann kommt der Kater doppelt schlimm: Wir haben uns mit dem Kauf selbst betrogen, die Bude sieht immer noch schrecklich aus und wir haben auch noch Geld rausgeworfen, das wir an anderer Stelle sicher sinnvoller hätten nutzen können. Aber da die Sachen ja teuer waren, trauen wir uns nun nicht, sie einfach wegzuwerfen. Sie stehen also bis zum St.-Nimmerleinstag bei uns in der Kammer und starren uns, sobald wir die Tür öffnen, vorwurfsvoll und hämisch an.

Putztechniken:

So sollte es nicht sein:  Viele Leute nehmen immer noch einen Eimer mit Wasser mit einem „guten Schuss“ Putzmittel und einen Lappen. Hauptsache, es schäumt ordentlich. Auch sehr beliebt: Man gießt einen Schuss Konzentrat aus der Flasche auf den Putzlappen und reibt damit über die zu reinigende Fläche. Wenn man dann die Putzmittelreste selbst beim dritten oder vierten Nachwischen nicht runter bekommt, lässt man sie halt eintrocknen. Die Oberflächen werden durch das scharfe Zeug beschädigt und erscheinen durch Reste unsauber und schmierig, das Putzmittel ist schnell aufgebraucht und alles in allem schmeißt man das Geld mit beiden Händen zum Fenster raus. Wenn es sich bei den Oberflächen auch noch um Sitzmöbel handelt, z.B. den Kunstlederstuhl im Esszimmer, beschädigt man sich beim Sitzen zusätzlich die Kleidung mit den scharfen Chemikalien und man begünstigt die Entstehung von Kontaktallergien.

Nicht das aggressivste Mittel siegt, sondern das effektivste. Und dafür brauchen wir tatsächlich nur in den seltensten Fällen Spezialreiniger. Jeder Universalreiniger in vorgeschriebener Verdünnung reicht für die normale Oberflächenreinigung aus.

Universalreiniger und Badreiniger aus der Sprühflasche:

Ich bevorzuge es, mir mein Putzmittel in einer Sprühflasche vorzubereiten. In vorschriftsmäßiger Verdünnung Universalreiniger und Wasser mischen und in eine Sprühflasche geben. So kann ich den Putzlappen besprühen und damit wischen. Je nach Oberfläche muss man darauf achten, dass man das richtige Putztuch wählt. Wenn es keine Holzoberflächen sind, ist oft ein Mikrofasertuch gut geeignet. Bei Holzoberflächen nehme ich einfache Baumwoll- oder Flanelllappen, da sie dem Holz nicht das Fett entziehen. Zum Nachreinigen nehme ich einen kleinen Eimer mit klarem Wasser, weil die Oberflächen nicht so schnell neu verschmutzen, wenn keine Putzmittelreste darauf zurückbleiben.

Wenn man sich überlegt, wie viel Putzwasser man jedesmal nach dem Putzen mit der Eimermethode wegschüttet, in dem der gute, oft auch teure Universalreiniger schwimmt. Mit der Sprühflasche könnt Ihr mindestens 80% Putzmittel sparen. Und wo wir gerade beim Sparen sind: Wasser spart man natürlich auch.

Einmal im Monat schütte ich den Rest aus der Sprühflasche weg, spüle die Flasche mit heißem Wasser aus und setze eine neue Mischung an, weil das Wasser in der Mischung nach ungefähr sechs Wochen muffig wird.

Badreiniger

Für das Bad gibt es gute fertige Badreiniger, es tut aber auch eine Mischung aus Wasser und Zitronensäure (ca. 3 – 5 % je nach Wasserhärtegrad). Die Lösung kann man auf Fliesen, Wanne und Waschbecken und Duschwand sprühen, 20 Minuten einwirken lassen, wischen, nachspülen, trockenreiben, fertig. Spiegel dürfen nur mit einem angefeuchteten Tuch gereinigt und gleich blank poliert werden, weil sie sonst blinde Flecken bekommen, die nicht mehr beseitigt werden können. Auch Armaturen sollte man nur mit dem angefeuchteten Tuch reinigen, weil manche Oberflächen sehr empfindlich auf Reiniger und Säure reagieren, wenn man sie lange einwirken lässt und sie dann Grünspan und Löcher entwickeln können.

Im Bad ist ein Mikrofasertuch gut geeignet, weil es schon ohne Putzmittel eine gute Reinigungswirkung hat, es sollte aber auf jeden Fall weich sein. Besonders bei Armaturen muss man aufpassen, dass man die Oberfläche nicht durch zu harte Mikrofaser beschädigt.

Edelstahlreiniger:

Für die Spüle und andere Metallteile in der Küche ist eine milde, nicht kratzende Scheuermilch gut, wenn man aber mal keine zur Hand hat oder die Umwelt aktiv schonen möchte, reicht auch eine pastöse Mischung aus Backpulver und Essig. Das Backpulver löst Fett, der Essig den Kalk. Mit ein bisschen Muskeleinsatz bekommt man damit die Spüle, den Plattenherd mit Edelstahlmulde oder die Edelstahl-Dunstabzugshaube auch schön sauber. Wer eine Spülmaschine hat, kann auch gut seinen Spülmaschinenreiniger für Spüle und Edelstahlmulde nehmen, wenn sie stark verschmutzt sind. Die Reinigungskraft ist echt erstaunlich! Alle anderen Küchenoberflächen kann man wieder gut mit dem einfachen Universalreiniger aus der Sprühflasche bearbeiten.

Rohrreiniger:

Rohrreiniger ist für die Umwelt eine Katastrophe und für den Haushalt fast immer völlig unnötig. Den Abfluss der Spüle, der Wanne und des Waschbeckens kann man mit ein paar Löffeln Backpulver und zwei drei Löffeln Essigessenz einweichen. Den Stöpsel draufsetzen, damit sich die Reaktion nach unten in den Siphon fortsetzt und wenn nichts mehr blubbert, mit kochendem Wasser nachspülen. Wenn das nicht hilft, sollte man einmal den Siphon abschrauben und kontrollieren, was da quer sitzt. Im Bad hilft in solchen Fällen oft der Gummistampfer oder „Pümpel“ oder „Pömpel“ oder wie immer man ihn nennt.

Bodenreiniger:

Für die Bodenreinigung braucht man in der Regel auch nicht für jede Oberfläche ein anderes Mittel. Ein Universalreiniger erfüllt auch hier seine Aufgabe meist sehr gut. Er sollte aber auf jeden Fall in der richtigen Dosierung benutzt werden. Wer das pure Konzentrat auf den Boden kippt, wird nicht lange Freude an seinem Boden haben und sauberer wird es dadurch sowieso nicht.

Für spezielle Böden kann es sein, dass man spezielle Pflegemittel braucht, aber man sollte nicht auf jeden Herstellerhinweis reinfallen. Als ich meine erste eigene Wohnung bezog, wurde ich sofort von den Nachbarn darauf hingewiesen, dass ich für die Flurtreppe ausschließlich das Mittel „XY-Sowieso“ verwenden dürfe, so habe es der Mann gesagt, der den Boden dort gelegt habe. Ich ging in den Fachhandel, schaute mir das „Spezialmittel“ an und sah, dass es gewöhnliche Schmierseife war, nur dass sie sechsmal soviel kostete, wie die einfache Schmierseife ohne Markennamen. Also kaufte ich das No-name-Produkt. Es flog nie auf, weil meine Nachbarn offensichtlich mit meinen Putzergebnissen zufrieden waren. Nach ein paar Monaten verriet ich ihnen mein kleines Geheimnis und das teure Markenprodukt verließ allmählich für immer das Haus.

Ein paar Anregungen zur Bodenpflege findet Ihr hier.

Staubsauger:

Wenn der Staubsaugerbeutel über 2/3 gefüllt ist, lässt die Saugleistung erheblich nach. Deshalb immer mal kontrollieren, wenn man mit dem Saugergebnis nicht zufrieden ist. Bei Staubsaugern ohne Beutel tritt dieser Effekt oft schon bei 1/3 Füllungszustand ein. Und manche Staubsauger ohne Beutel haben dann die unangenehme Eigenschaft, ab einem gewissen Punkt den Inhalt des Auffangbehälters wieder in die Gegend zu spucken. Es gibt viele verschiedene Modelle und je nachdem, wie man selbst seine Böden ausgestattet hat (eher glatte Böden oder viel Teppich) sollte man sich überlegen, welche Art von Staubsauger am besten zu einem passt.

Die Reinigungswirkung ist auf glatten Böden nicht porentief rein, was man merkt, wenn man nach dem Saugen mit weißen Socken über den Boden läuft. Aber die Welt an sich ist auch nicht porentief rein, und solange keine Abwehrgeschwächten Menschen in Eurem Haushalt leben, reicht der Staubsauger für die alltägliche Bodenreinigung vollkommen aus. Hin und wieder kann man sie dann durch gründliches Wischen ergänzen.

Besen:

Besen können immer nur oberflächlichen Schmutz zusammenkehren, sie sind also gut für die Vorbereitung zum Boden wischen, erreichen aber ebenfalls keinen Zustand von gründlicher Sauberkeit. Trotzdem sieht der Boden oberflächlich sauber aus und wenn das für den Moment genügt, ist es auch vollkommen in Ordnung. (siehe Staubsauger)

Wischmop / Aufnehmer:

Für glatte Böden eignet sich gut ein Wischmop mit abnehmbarem und waschbarem Mikrofaserbezug oder ein Schrubber mit einem (Mikrofaser-)Aufnehmer. Wenn man vor dem Wischen den Boden gründlich fegt oder saugt, hat man keine Probleme mit Staub- und Haarklümpchen, die sich in der Mikrofaser festsetzen. Bitte unbedingt beachten, dass der Mikrofaserbezug bzw. -aufnehmer nicht mit Weichspüler behandelt oder im Trockner getrocknet werden darf, sonst ist er kaputt.