Perfektionismus

Perfektionismus ist das Gegenteil von Gleichgewicht

Wasserkocher, Wasserkessel, Wasser, Ordnung, Haushalt, Küche, Teekocher, TeeZwischendurch möchte ich gerne mal kräftig auf die Perfektionismusbremse treten, damit wir alle leichter und angenehmer voran kommen.

Das ganze Leben besteht aus Gleichgewicht. Erhitztes Wasser wird wieder auf Raumtemperatur abkühlen, wenn ich keine weitere Energie zufüge. Gefrorenes Wasser wird ebenfalls wieder Raumtemperatur anstreben, wenn ich nicht länger Energie entziehe. Grabe ich ein Loch, entsteht daneben ein Hügel. Es gibt praktisch nichts ohne sein Gegenteil. heiß – kalt / groß – klein / hoch – tief / laut – leise / nass – trocken / ordentlich – durcheinander / fleißig – faul. Wer will, kann diese Liste bis ins Unendliche fortsetzen und wird an jedem Beispiel sehen, dass alles mehr oder weniger im Gleichgewicht ist.

Jeder bestimmt seine Ordnung selbst

Wer perfektionistisch nur eine Seite einer Sache anstrebt, wird bald merken, dass jede Seite ihre Zeit hat. Was soll ich mit kaltem Wasser, wenn ich Tee kochen will? Was soll ich mit kochendem Wasser, wenn ich duschen will? Was will ich mit perfekter Ordnung, wenn ich mich der Herausforderung eines Puzzles stellen will? Was will ich mit all meinem Fleiß beweisen, wenn ich vollkommen erschöpft bin? Wenn ich einfach nur noch körperliche und seelische Erholung brauche?

Der Begriff Perfektionismus wird unterschiedlich verwendet. In der Philosophie bezeichnet er das Streben des Menschen nach Vervollkommnung. Dazu müsste ich zunächst wissen, was man unter „Vervollkommnung“ versteht. Da mir hier die philosophischen Kenntnisse fehlen, hoffe ich einfach mal, dass es bedeutet, den guten, goldenen Mittelweg zu finden.

In der Alltagssprache bedeutet Perfektionismus eher das Streben nach einem „Extrem“, einem Pol von zwei komplementären Dingen oder Eigenschaften. Wenn ich mich irgendwo im mittleren Bereich halte, bei Bedarf mal ein bisschen mehr in die eine oder andere Richtung gehe, kann ich meinen Alltag weitgehend ohne Stress bewältigen.

Gerade beim Ordnung halten ist es hilfreich, sich vor der Arbeit seine eigenen Ansprüche klar zu machen. Wie gut ist „gut genug“ aufgeräumt? Wenn ich es sehr genau nehme, brauche ich mehr Energie und Zeit, als wenn ich auch mal fünfe gerade sein lassen kann. Wenn ich mich für weniger Ordnung entscheide, dann darf ich das mit voller Überzeugung tun und muss mich nicht dafür schämen. Legt bitte euer eigenes Maß für „gut genug“ fest und steht dazu. Lasst euch nicht von anderen vorschreiben, dass deren Maßstäbe besser sind. Sie sind nicht besser, sie sind nur anders.

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Foto: (c) Hans Pixabay.com

 

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