Kinder- und Arbeitszimmer: Lampen

Im Kinderzimmer ist es besonders wichtig, für einen gut beleuchteten Arbeitsplatz zu sorgen. Dabei sollte man beachten, dass Kinder nicht immer nur am Schreibtisch sitzen. Wer mag, kann diesen kleinen Test durchführen, um sich vorstellen zu können, wie gut man sich am Schreibtisch seiner Kinder fühlen würde. Wenn Ihr Euch dort hinsetzt, wo zeigt dann Euer Rücken hin? Wo geht Euer Blick hin? Die meisten Kinderzimmer sind so konzipiert, dass ein Schreibschrank oder Schreibtisch an einer Wand steht und das Kind dann genau vor diese Wand starren kann, wenn es mal eine kreative Auszeit braucht. Außerdem muss es immer innerlich auf der Hut sein, ob sich ihm nicht jemand von hinten nähert, der ihm dann über die Schulter guckt, es verbessert oder kritisiert oder gar ermahnt, doch mal endlich voran zu machen. Ein Fengshuikenner würde sagen, das ist der Supergau für ein gescheites Arbeiten. Für den Rücken des Kindes übrigens auch, denn es hat ja schon sechs bis acht Stunden in der Schule auf einem Stuhl sitzen müssen. Wenn jetzt die Hausaufgaben auch noch auf einem Stuhl sitzend verrichtet werden müssen, ist das anatomisch-physiologisch eine Katastrophe.
Die meisten Kinder tun intuitiv das Richtige, sie suchen sich für jeden Lernstoff den richtigen Ort und die richtige Position: Vokabeln kann man zum Beispiel gut auf dem Bett liegend lernen, denn wenn der Rücken sich entspannen kann, kann das Hirn mehr aufnehmen. Das Referat für Geschichte, für das verschiedene Bücher gewälzt werden müssen, ist auf dem Fußboden liegend viel praktischer zu bewältigen, als an dem kleinen Schreibtisch, der sowieso schon mit PC und Schreibkram vollgeräumt ist. Und wenn dann doch mal der Schreibtisch zum Einsatz kommt, warum nicht mit Tageslicht vom Fenster? Wenn der Tisch seitlich zum Fenster steht, hat das Kind die Möglichkeit, mal den Blick schweifen zu lassen, die Tür im Blick zu haben und bei optimalem Licht zu arbeiten. Das sind drei gute Voraussetzungen, um den Schreibtisch nicht ganz so furchtbar zu finden.
Langer Rede kurzer Sinn: Gerade im Kinderzimmer ist es wichtig, ausreichend Lichtquellen zur Verfügung zu stellen, damit Lernen überall bei guter Beleuchtung möglich ist. Wer auf dem Bett nur Halbdunkel vorfindet, wird bei den Vokabeln einschlafen, wer aber seine Lektüre optimal ausleuchten kann, hat gute Chancen, ohne Überanstrengung der Augen seine Vokabeln leichter zu lernen.
Die selben Überlegungen zum Schreibtisch, die ich hier für das Kinderzimmer angestellt habe, kann man sich auch über sein eigenes Arbeitszimmer machen: Wenn ich nur einmal im Jahr für die Steuererklärung längere Zeit am Schreibtisch verbringen muss, reicht eine gescheite Lampe dort, wo immer er steht. Wenn ich aber ein echtes Heimbüro betreibe und regelmäßig einige Stunden darin verbringe, sollte ich mir schon ernsthafte Gedanken über die optimale Gestaltung des Arbeitsplatzes machen.

 

Foto: (c) Michael Grabscheit / pixelio.de