Kinder in der Küche

Dürfen eure Kinder in die Küche? Dürfen sie backen, kochen, spülen, putzen, was auch immer? Ich rede hier nicht von „müssen“ sondern von dürfen. Die meisten Kinder kommen ganz von allein auf die Idee, in der Küche werkeln zu wollen wie ihre Eltern. Aber oft passiert es ihnen dann, dass sie rausgeworfen werden. Sich machen halt alles falsch und zu viel Dreck und das Essen schmeckt auch nicht so, wie man es gerne hätte.

Erinnert euch an euer erstes Kocherlebnis

An der Stelle möchte ich euch bitten, mal darüber nachzudenken, wie perfekt denn euer erstes Essen war. Als die Tochter ca. vier Jahre alt war, brachte sie uns eines morgens – es wird wohl so gegen drei Uhr in der Nacht gewesen sein – Rührei ans Bett. Dass es Rührei war, wusste ich nur, weil sie es sagte: Sie hatte alle Eier aus dem Kühlschrank in eine Pfanne getan und es weitestgehend geschafft, keine Eierschalen mit zu verarbeiten. Was weiß eine Vierjährige schließlich schon von Portionsgrößen? Das Ganze hatte sie dann auf dem Herd erwärmt. Durchgebacken hätte anders ausgesehen. Es glibberte und wabbelte ganz fürchterlich auf dem Teller. Aber sie war stolz wie Bolle und freute sich auf unsere glücklichen Gesichter, dass wir Rührei zum Frühstück bekamen.

Offen gestanden, morgens um drei halbrohe Eier in ungeheuren Mengen, das war nicht so ganz mein Ding. Andererseits hatte sie sich große Mühe gegeben: Erstmal hatte sie es geschafft, überhaupt an die Eier oben im Kühlschrank ranzukommen, sie dann relativ schalenfrei in die Pfanne gebracht und dort wenigstens nicht verbrennen lassen. Auch sah die Küche ganz passabel aus. Es war nichts auf den Boden gekracht und Spüle und Arbeitsfläche waren weitgehend sauber. Sie hatte die Schalen in den Müll geräumt und den Pfannenschaber in die Spülmaschine. Das ist mehr, als man von manchem Mann erwartet, wenn er Rührei macht. 😉

Kleiner Kochkurs morgenes um drei

Also erklärte ich ihr, dass ich mich freue, aber die Eier doch lieber etwas mehr durchgebacken mag. Wir gingen gemeinsam in die Küche, schütteten die Glibbereier zurück in die Pfanne und sie rührte so lange, bis sie die richtige Konsistenz hatten. Dann erklärte ich ihr, dass die meisten Menschen nur ein bis zwei Eier zum Frühstück mögen und dass wir uns deshalb den Rest für den Abend aufheben wollen. Wir aßen jede eine Portion, tranken ein Glas Milch, spielten danach „Abend mit Zähne putzen und schlafen gehen“ und schliefen dann noch etwas, bis es Zeit für den Kindergarten war.

Die Tochter wurde älter und ihre Menüs, die sie hin und wieder zauberte, immer hochwertiger und komplizierter. Ich muss gestehen, so gut wie sie habe ich nie kochen gelernt. Aber sie hatte ja auch immer einen Raum, in dem sie sich ausprobieren konnte. Und selbst das Spülen und Aufräumen hat ihr immer Spaß gemacht, weil ihr niemand hineinredete.

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