Habitueller Minimalismus – Was ist das denn?

Gehört habe ich davon noch nicht, deshalb glaube ich, dass ich den Begriff „Habitueller Minimalismus“ grade selbst erfunden habe. Und damit meine ich ein Verhalten, das ich selbst gerne häufiger praktizieren würde. 😊

Viel zu oft ertappe ich mich dabei, dass ich mehrere Dinge auf einmal tue. Wenn ich mir einen Film ansehe, daddele ich nebenher auf dem Handy. Oder ich stricke beim Hörbuch hören, kritzle Männchen aufs Papier oder räume die Wohnung auf. Wozu habe ich aber dann einen Film eingelegt oder ein Hörbuch angemacht? Am Ende habe ich zwar ein Stück mehr Schal oder ein Level mehr geschafft, aber den Film oder das Buch hätte ich mir sparen können. Tatsächlich habe ich nämlich nicht viel davon mitbekommen, weil ich mich gleichzeitig mit anderen Dingen beschäftigt habe. Multitasking ist ein Märchen, es funktioniert in Wahrheit nicht.

Mein Verhalten – Habitus – ist also keineswegs immer minimalistisch ausgelegt. Das ist zwar nichts wirklich Schlimmes, aber eine sinnvolle Nutzung der eigenen Zeit ist es eben auch nicht. Und Zeit kann man bekanntlich nicht wiederholen.

Selbstoptimierung? Nein, Danke!

Ich bin kein Selbstoptimierer. Ganz im Gegenteil finde ich das Thema sogar nervig und es hemmt mich in meiner Kreativität und Entspanntheit. Wenn ich meine Zeit nur noch dafür einsetze, dass ich optimal funktioniere, habe ich keinen persönlichen Gewinn davon, sondern nur eine gute Außenwirkung. Und die hält nur solange, wie sie eben funktioniert. Sobald ich es nicht mehr schaffe, optimal zu funktionieren, bricht die Außenwirkung wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Professionelle Selbstoptimierer haben vermutlich überhaupt keinen habituellen Minimalismus, weil ihnen dafür schlicht die Zeit fehlt. Bei ihnen soll alles schnell, effektiv und gleichzeitig laufen, wenn ich ihre Aussagen richtig lese.

Versteht deshalb bitte meinen Satz von der sinnvollen Nutzung der Zeit nicht falsch. Nicht jede Minute muss mit sinnvollen Taten ausgefüllt sein, aber jede Minute soll mir guttun. Wenn ich also beschließe, eine Stunde in die Luft zu gucken, weil mich das entspannt, dann sollte ich es auch tun und genießen. Wie groß ist der Genuss noch, wenn ich dann doch wieder etwas anderes nebenher tue?

Wenn ich eine Stunde Sport mache, sollte ich mich darauf konzentrieren und nicht nebenher mit dem Handy spielen oder lesen. Ja, ich habe schon Leute auf der Beinpresse Illustrierte lesen sehen. Nebenbei bemerkt, reagieren die Muskeln viel besser, wenn man sich auf sie konzentriert. Sprich: Der Muskelaufbau ist um einiges höher, wenn ich beim Training mich auf die beanspruchten Muskeln konzentrieren. Aber das nur nebenher.  

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