Gute Vorsätze wollen richtig dosiert werden

Nicht zu viele gute Vorsätze auf einmal

Morgen ist Silvester und Ihr habt Eure Vorbereitungen hoffentlich schon abgeschlossen.  Dann könnt Ihr ja entspannt Silvester feiern. Aber, wie war das noch letztes Jahr mit den guten Vorsätzen? Was hatten wir uns nicht alles vorgenommen: Das Rauchen aufgeben, mindestens 5 kg abnehmen, regelmäßig Sport treiben waren erst der Anfang. Weiter ging es mit dem Plan, nicht mehr so viel am Computer zu hocken und an der Playstation daddeln. Auch abends rechtzeitig zu schlafen gehen, gehörte zum Plan. Und dann noch der Entschluss, dass wir ab sofort den Haushalt perfekt in den Griff kriegen.

Wenn wir zurückblicken, ist davon mitunter nicht viel übriggeblieben. Wir haben wieder „versagt“. Unser angeblicher innerer Schweinehund hat gesiegt, wir sind einfach zu willensschwach und was uns sonst noch so an Selbstbezichtigungen einfällt. (Warum es gar keinen inneren Schweinehund gibt, könnt Ihr im Buch „Olga Ordentlich – Haushalt in Harmonie“ nachlesen.) Es liegt aber weder an einem inneren Schweinehund noch an mangelnder Willenskraft, wenn wir Ziele nicht erreicht haben. Es liegt am falschen Timing.

Wunder dauern etwas länger

Stellt Euch eine Firma vor, die blaue Kerzen verkauft. Jetzt überlegt sich das Management, dass es die Produktion verbessern, die Technik aufmöbeln, das Personal aufstocken, neue Kunden gewinnen und das Sortiment im Bereich Formen und Farben ausweiten könnte. Wäre es von der Firma klug, alle Baustellen auf einmal aufzumachen? Oder wäre es nicht vielmehr sinnvoller, Schritt für Schritt Veränderungen herbeizuführen, diese zu etablieren und langsam weitere Veränderungen zu realisieren?

Nicht viel anders sieht es im Privatleben aus: Wenn ich nicht daran gewöhnt bin, dreimal in der Woche zu joggen, verlangt das von mir zunächst eine große Disziplin und Willensstärke. Wenn ich dann aber das Joggen in mein Leben erfolgreich integriert habe, steht mir meine Willensstärke wieder unvermindert für neue Projekte zur Verfügung.

Als nächstes könnte ich das Thema Rauchen angehen. Gut möglich, dass ich damit ein bisschen Gewicht zulege, weil der Stoffwechsel sich anfangs verlangsamt. Aber da ich ja schon regelmäßig jogge, hält sich der Schaden in Grenzen. Wenn ich mir mit der Rauchentwöhnung genügend Zeit lasse, kann ich ein oder zwei Jahre später mit dem Abnehmen beginnen. Die Willenskraft ist weder für das Joggen noch für das Nichtrauchen dann schon längst nicht mehr nötig. Ganz im Gegenteil wird Euch das Laufen sogar fehlen, wenn Ihr es nach ein bis zwei Jahren auf einmal wieder aufhören wolltet. Ihr habt also alle Disziplin und Willensstärke frei für ein vernünftiges Abnehmprogramm.

Statt Diät lieber eine gute Ernährung

Ich schreibe hier extra nicht den Begriff Diät, weil ich ihn für sehr verbrannt halte. Abnehmen funktioniert auf Dauer nur mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und dem Bewusstsein, dass alle Convenienceprodukte schlecht für die Figur sind. Allen, die sich ernsthaft mit dem Abnehmen befassen wollen, dem empfehle ich das Buch Simplify Diät. Meiner Meinung nach ein gutes, weil sehr unkompliziertes Buch, das sich nicht an irgendwelche Diätpläne klammert, sondern unsere Einstellung zur Nahrung auf den Prüfstand stellt.

Statt PC-Entzug lieber ein vernünftiger Umgang damit

Wer den Sport schon gut in sein Leben integriert hat, sitzt automatisch nicht mehr so viel vor dem PC. Wenn die Nahrungsumstellung gute Gewohnheit geworden ist und wieder Willenskraft frei wird, kann man auch sein PC-Verhalten vorsichtig korrigieren. Es ist nicht nötig, sich gleich ein utopisches Limit zu setzen. Wer üblicherweise drei Stunden am Tag vor dem PC sitzt und ungefähr 180 Mal am Tag auf sein Handy guckt, kann das nicht im Handumdrehen auf eine halbe Stunde PC und nur noch 2 x täglich aufs Handy gucken reduzieren. Sucht Euch stattdessen Beschäftigungen, die Euch vom PC weghalten. Wie wäre es, wenn Ihr Euch angewöhnt, gesund und frisch zu kochen, Einkäufe vorwiegend zu Fuß zu erledigen und das Handy immer ganz unten in den Rucksack zu legen, wenn Ihr unterwegs seid.

Klar kann man es jederzeit rausholen, es ist ja nur im Rucksack, aber auf die Dauer wird das lästig und wenn sich nichts gravierendes auf dem Handy tut – was ja meistens der Fall ist – stellt man das ständige Nachschauen irgendwann freiwillig ein. Nach und nach kann man sich wirklich daran gewöhnen und es sogar genießen, dem Datenoverkill adieu zu sagen.

Mit Minischritten und viel Geduld zum Erfolg

Um es kurz zu machen: Nehmt Euch immer nur eine Sache vor und die soll klein sein. Geht kleine Schritte, aber geht sie konsequent und lasst keinen Termin ausfallen. Nur wenn ich in kleinen (oder sogar sehr kleinen) Schritten konsequent gute Gewohnheiten einführe, wird es klappen. Alles, was ich im Übermaß mache – positiv oder negativ – aufräumen oder essen oder sporteln oder faulenzen – bekommt mir nicht. Also alles in Maßen und mit Freude und anschließend das gute Ergebnis genießen.

Einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes Neues Jahr wünscht Euch

Eure Olga

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Foto: (c) Jogi Kenobi pixabay.com

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