Gut genug

Wann ist eine Wohnung gut genug aufgeräumt und geputzt?

Bevor du dich selbst unter Druck setzt und die Abbildung eines perfekten Wohnzimmers aus einer Zeitschrift als allein gültiges Ideal setzt, solltest du dir überlegen, wie realistisch das ist.

Schau dir einmal ein solches Hochglanzmagazinwohnzimmer an und lass es auf dich wirken. Wunderschön, nicht wahr? Und jetzt füge in Gedanken deine Kinder in dieses Bild ein. Wie müssten sie sich verhalten, um den Gesamteindruck dieses Traumbildes nicht zu stören? Wahrscheinlich sollten sie einigermaßen bewegungslos in perfekter Kleidung an den richtigen Stellen sitzen oder stehen. In Jeans und schmutzigem Pullover mit alten Hausschlappen würden sie schon nicht mehr so gut ins Bild passen. Und was ist mit dir? Schau an dir herunter, ob deine Kleidung in das Raumkonzept des Zeitschriftenideals passt. Natürlich gibt es für Dich keine „olle“ Kleidung mehr (siehe Startplan), aber jederzeit perfekt gestylt für den perfekten Raum sind nur die wenigsten Menschen.

Je mehr Familie und Freunde du in dem Bild zulässt, desto unperfekter wird es. Aber gerade das Unperfekte in unserem Leben macht doch den Reiz aus, denn genau das Unperfekte ist doch das Leben. Wir sind keine Ausstellungsstücke, die sich harmonisch in Wohnlandschaften einpassen müssen. Die Wohnung soll sich an uns und unsere Bedürfnisse anpassen.

Da Hochglanzperfektion im Alltag nicht so einfach möglich und vor allem gar nicht erstrebenswert ist, kann jeder seine eigenen Maßstäbe definieren. Jeder darf selbst festlegen, was „das richtige Maß“ oder „der Standard“ für sein Heim ist.

Wann ist dein Fußboden wirklich sauber?

Dann, wenn er für dich sauber genug ist! Das definierst du allein: Für den einen ist er sauber, wenn er keine sichtbaren Schmutzspuren aufweist und frei von Staubflocken und Krümeln ist. Andere brauche zusätzlich noch sichtbaren Glanz. Wieder andere definieren Sauberkeit nach der Häufigkeit des Putzens: Der Boden ist für sie erst dann sauber, wenn er zweimal täglich feucht gewischt wird. Egal, welchen Standard du festlegen: Wenn du dich damit wohl fühlst, ist es der richtige!

Finde für dich in allen Bereichen deines Haushalts nach und nach heraus, was für dich „gut genug“ ist. Blende einmal aus, was die Nachbarn, Eltern, Schwiegereltern, wer auch immer sagen würde. Deine Wohnung ist kein Hotel, das von außen festgelegte Standards erfüllen muss und sich somit hauptberuflich mit Hauswirtschaft beschäftigt. Du bist völlig frei in deiner Entscheidung, was für dich gut genug ist.

Auch wenn ich mir immer wieder gern Hochglanzmagazine mit perfekten Wohnungen anschaue, weiß ich doch, wie wenig realistisch sie sind. Und ich lese ja auch gern Märchen … 🙂

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