Olga Ordentlich

Putzen

Welche Putzutensilien brauchen Sie?

- Staubsauger und ggf. Staubsaugerbeutel
- Staubwedel mit Einmalbezug oder Staubtuch aus Mikrofaser
- Besen, Handfeger und Kehrblech
- Mop mit abnehmbaren, waschbaren Bezügen aus Mikrofaser
- Evtl. ein Schrubber für hartnäckigere Verschmutzungen
- 1-2 große Eimer
- Haushaltshandschuhe
- Mikrofasertücher und Baumwolltücher zum Abstauben und Putzen
- Spültücher, Spülbürste
- Küchenkrepp
- Für die Duschwand und die Fliesen ein Abzieher mit Gummilippe
- Müllbeutel für die verschiedenen Abfalleimer und Müllsäcke für größere Entsorgungsaktionen
- Sprühflaschen für selbst gemischte Putzmittel (Bitte nie verschiedene Putzmittel miteinander mischen wegen der Gefahr von gefährlicher Gasentwicklung, immer nur vorschriftsmäßige Verdünnungen mit Wasser herstellen.)

Welche Putzmittel brauchen Sie?

- Allzweckreiniger
- Badreiniger oder Essigreiniger oder Essigessenz zum selbst mischen
- Glasreiniger oder Essigessenz
- Milde Scheuermilch oder Backpulver und Essig oder wenn vorhanden Spülmaschinenreiniger (Pulver)
- Für den besseren Duft Zitronensaftkonzentrat
- In der Regel brauchen wir KEINE Desinfektionsmittel  siehe hierzu auch „Hygiene“

Wirklich nur so wenig?

„Was? So wenig?“, werden sich jetzt sicher Einige fragen, aber das reicht in der Regel tatsächlich aus.

Wenn wir in unsere Abstellkammern oder Putzmittelschränke schauen, sehen wir oft viele, viele Dinge, die wir aus der Werbung kennen und die uns unentbehrlich schienen, als wie sie kauften. Wenn wir sie aber überhaupt jemals ausprobiert haben, in unseren täglichen Arbeitsablauf wurden sie nie integriert. Nach dem ersten Versuch landen die meisten „innovativen“ und „unentbehrlichen“ und „unübertroffen tollen“ Mittel und Gerätschaften in einer Ecke und haben nur noch die eine Funktion, uns jedesmal, wenn wir sie wiedersehen, ein schlechtes Gewissen zu machen. Mehr können sie nicht und mehr werden sie auch nie für uns tun. Also sollten wir sie ganz schnell rausschmeißen, bevor sie uns noch einen weiteren Tag nur durch ihre Anwesenheit versauen.

Die meisten dieser Haushaltsgeräte und Mittel kaufen wir nur, weil wir dann das Gefühl haben, wir tun etwas für unseren Haushalt, der es mal wieder richtig nötig hat. So haben wir für ganz kurze Zeit ein ähnliches Gefühl, als hätten wir schön geputzt und sauber gemacht. Nur haben wir das in Tat und Wahrheit eben nicht getan und dann kommt der Kater doppelt schlimm: Wir haben uns mit dem Kauf selbst betrogen, die Bude sieht immer noch schrecklich aus und wir haben auch noch Geld rausgeworfen, das wir an anderer Stelle sicher sinnvoller hätten nutzen können. Aber da die Sachen ja teuer waren, trauen wir uns nun nicht, sie einfach wegzuwerfen. Sie stehen also bis zum St.-Nimmerleinstag bei uns in der Kammer und starren uns, sobald wir die Tür öffnen, vorwurfsvoll und hämisch an.

Putztechniken:

Wie gehen Sie beim Putzen vor? Die meisten nehmen immer noch einen Eimer mit Wasser mit einem „guten Schuss“ Putzmittel und einen Lappen. Hauptsache, es schäumt ordentlich. Auch sehr beliebt: Man gießt einen Schuss Konzentrat aus der Flasche auf den Putzlappen und reibt damit über die zu reinigende Fläche. Wenn man dann die Putzmittelreste selbst beim dritten oder vierten Nachwischen nicht runter bekommt, lässt man sie halt eintrocknen. Die Oberflächen werden durch das scharfe Zeug beschädigt und erscheinen durch die Putzmittelreste immer unsauber und schmierig, das Putzmittel ist schnell aufgebraucht und alles in allem schmeißt man das Geld mit beiden Händen zum Fenster raus. Wenn es sich bei den Oberflächen auch noch um Sitzmöbel handelt, z.B. den Kunstlederstuhl im Esszimmer, beschädigt man sich beim Sitzen zusätzlich die Kleidung mit den scharfen Chemikalien. Außerdem begünstigt man die Entstehung von Kontaktallergien, insbesondere bei Kindern, die gern mal die Hände in den Mund nehmen, nachdem sie alles angefasst haben oder sogar an Möbel lecken.

Nicht das aggressivste Mittel siegt, sondern das effektivste. Und  dafür brauchen wir tatsächlich nur in den seltensten Fällen Spezialreiniger. Jeder Universalreiniger in vorgeschriebener Verdünnung reicht für die normale Oberflächenreinigung aus.

Universalreiniger und Badreiniger aus der Sprühflasche:

Ich bevorzuge es, mir mein Putzmittel in einer Sprühflasche vorzubereiten. In vorschriftsmäßiger Verdünnung Universalreiniger und Wasser mischen und in eine Sprühflasche geben. So kann ich die Oberfläche oder bei sehr kleinen Flächen den Putzlappen besprühen und dann wischen. Wenn es keine Holzoberflächen sind, ist ein Mikrofasertuch perfekt. Bei Plexiglas und Holzoberflächen nehme ich einfache Baumwoll- oder Flanelllappen, da sie das Plexi nicht verkratzen bzw. dem Holz nicht das Fett entziehen. (Bitte auch niemals Kunststoffgläser von Brillen mit Mikrofasertüchern putzen!)  Sollte wirklich mal die Notwendigkeit bestehen, dass ich mit klarem Wasser nachgehen muss, nehme ich mir einen Eimer mit klarem Wasser dazu. Ansonsten putze ich Oberflächen fast immer ohne Eimer.

Wenn man sich überlegt, wie viel Putzwasser man jedesmal nach dem Putzen wegschüttet. Und da ist der gute, oft auch teure Universalreiniger drin. Mit der Sprühflasche können Sie mindestens 80% Putzmittel sparen. Und wo wir gerade beim Sparen sind: Wasser spart man natürlich auch.

Für das Bad gibt es gute fertige Badreiniger, es tut aber auch eine Mischung aus 9 Teilen Wasser, einem Teil Essigessenz und einem Spritzer Zitrone, Zitronensäure oder Essig. Wenn man sehr hartes Wasser hat und sich sehr schnell und stark Kalkflecken bilden, können Sie einfach den Essiganteil um ein bis zwei Teile erhöhen. Die Lösung dann auf Fliesen, Wanne und Waschbecken sowie Duschwand und Armaturen sprühen, 20 Minuten einwirken lassen, wischen, ggf. nachspülen, trockenreiben, fertig. Beim Spiegel nicht lange einwirken lassen, sondern gleich blank polieren. Auch im Bad ist ein Mikrofasertuch ideal, weil es schon ohne Putzmittel eine gute Reinigungswirkung hat. Bei starken Seifenflecken nehme ich zusätzlich die Universalreiniger-Mischung.

Edelstahlreiniger:

Für die Spüle und andere Metallteile in der Küche ist eine milde, nicht kratzende Scheuermilch gut, wenn man aber mal keine zur Hand hat oder die Umwelt aktiv schonen möchte, reicht auch eine pastöse Mischung aus Backpulver und Essig. Das Backpulver löst Fett, der Essig den Kalk. Mit ein bisschen Muskeleinsatz bekommt man damit die Spüle, den Plattenherd mit Edelstahlmulde oder die Edelstahl-Dunstabzugshaube auch schön sauber. Wer eine Spülmaschine hat, kann auch gut seinen Spülmaschinenreiniger für Spüle und Edelstahlmulde nehmen, wenn sie stark verschmutzt sind. Die Reinigungskraft ist echt erstaunlich! Alle anderen Küchenoberflächen kann man wieder gut mit dem Universalreiniger bearbeiten.

Rohrreiniger:

Rohrreiniger ist für die Umwelt eine Katastrophe und für den Haushalt fast immer völlig unnötig. Den Abfluss der Spüle, der Wanne und des Waschbeckens kann man mit ein paar Löffeln Backpulver und zwei drei Löffeln Essigessenz einweichen. Den Stöpsel draufsetzen, damit sich die Reaktion nach unten in den Siphon fortsetzt und wenn nichts mehr blubbert, mit kochendem Wasser nachspülen. Wenn das nicht hilft, sollte man einmal den Siphon abschrauben und kontrollieren, was da quer sitzt. Im Bad hilft in solchen Fällen oft der Gummistampfer oder „Pümpel“ oder „Pömpel“ oder wie immer man ihn nennt.

Bodenreiniger:

Für die Bodenreinigung braucht man in der Regel auch nicht für jede Oberfläche ein anderes Mittel. Ein Universalreiniger erfüllt auch hier seine Aufgabe meist sehr gut. Er sollte aber auf jeden Fall in der richtigen Dosierung benutzt werden. Wer das pure Konzentrat auf den Boden kippt, wird nicht lange Freude an seinem Boden haben und sauberer wird es dadurch sowieso nicht.

Für spezielle Böden kann es sein, dass man spezielle Pflegemittel benötigt. Aber man sollte nicht auf jeden Herstellerhinweis reinfallen. Als ich meine erste eigene Wohnung bezog, wurde ich sofort von den Nachbarn darauf hingewiesen, dass ich für die Flurtreppe ausschließlich das Mittel „XY-Sowieso“ verwenden dürfe, so habe es der Mann gesagt, der den Boden dort gelegt habe. Ich ging in den Fachhandel, schaute mir das „Spezialmittel“ an und sah, dass es gewöhnliche Schmierseife war, nur dass sie sechsmal soviel kostete, wie die einfache Schmierseife ohne Markennamen. Also kaufte ich das No-name-Produkt. Es flog nie auf, weil meine Nachbarn offensichtlich mit meinen Putzergebnissen zufrieden waren. Nach ein paar Monaten verriet ich ihnen dann mein kleines Geheimnis und das teure Markenprodukt verließ allmählich für immer das Haus.

Staubsauger:

Wenn der Staubsaugerbeutel über 2/3 gefüllt ist, lässt die Saugleistung erheblich nach. Deshalb immer mal kontrollieren, wenn man mit dem Saugergebnis nicht zufrieden ist.

Bei Staubsaugern ohne Beutel tritt dieser Effekt schon bei 1/3 Füllungszustand ein. Und manche Staubsauger ohne Beutel haben dann die unangenehme Eigenschaft, ab einem gewissen Punkt den Inhalt des Auffangbehälters wieder in die Gegend zu spucken.

Es gibt viele verschiedene Modelle und je nachdem, wie man selbst seine Böden ausgestattet hat (eher glatte Böden oder viel Teppich) sollte man sich überlegen, welche Art von Staubsauger am besten zu einem passt.

Besen:

Besen können immer nur oberflächlichen Schmutz zusammenkehren, sie sind also gut für die Vorbereitung zum Boden wischen, erreichen aber keinen Zustand von gründlicher Sauberkeit. Man kann also nach dem Fegen trotzdem nicht mit weißen Socken über den Boden schlurfen und hoffen, dass sie weiß bleiben. Trotzdem sieht der Boden oberflächlich sauber aus und wenn das für den Moment genügt, warum soll man mehr tun?

Wischmop / Aufnehmer:  

Für glatte Böden eignet sich gut ein Wischmop mit abnehmbarem und waschbarem Mikrofaserbezug oder ein Schrubber mit einem Mikrofaser-Aufnehmer. Wenn man vor dem Wischen den Boden gründlich fegt oder saugt, hat man keine Probleme mit Staub- und Haarklümpchen, die sich in der Mikrofaser festsetzen. Bitte unbedingt beachten, dass der Mikrofaserbezug bzw. -aufnehmer nicht mit Weichspüler behandelt oder im Trockner getrocknet werden darf, sonst ist er kaputt.