Aufräumen

Aufräumen mit System

Der schwierigste Punkt beim Aufräumen ist der, sich auf das Aufräumen und auf einen Bereich oder ein Thema zu beschränken. Wer ein Problem mit Ordnung hat, der hat auch meist das Problem, nicht zwischen Aufräumen und Entrümpeln unterscheiden zu können und nicht zu wissen, dass auch der höchste Berg nur Schritt für Schritt erklommen werden kann.

Beim Aufräumen geht es darum, Dinge, die eine Funktion haben, an ihren Platz in der Wohnung zu bringen, an dem sie eben diese Funktion erfüllen können. Wenn sie keinen Platz haben, weist man ihnen einen zu, nachdem man sich überlegt hat, wo das Ding seine Funktion am besten erfüllen kann.

Und nun zur Praxis:

Beim Aufräumen geht man entweder Abschnitt für Abschnitt vor oder man legt ein Thema fest. Es hat keinen Sinn, an jeder Ecke „ein Fass aufzumachen“ und dann nicht fertig zu werden. Es ist so frustrierend, wenn es nachher schlimmer aussieht als vorher. Die oberste Regel ist, schnell zu arbeiten. Was weg ist, ist weg! Und ihr wollt ja nicht den ganzen Tag mit Aufräumen beschäftigt sein, denn dann macht es bald keinen Spaß mehr.

Als nützliche Utensilien solltet ihr immer einen kleinen Karton oder Korb und eine Mülltüte dabei haben. In den Korb / Karton legt ihr nun alle Dinge, die nicht in das Zimmer gehören, von denen ihr aber genau wisst, wohin sie (in einem der anderen Räume) gehören. Beginnt zum Beispiel an der Tür und geht im Uhrzeigersinn das Zimmer ab. Alles, was nicht hierher gehört, kommt in den Karton. Alles was in das Zimmer gehört, wird an seinen Platz gebracht. Abfälle entsorgt Ihr sofort in die Mülltüte.

Wenn Ihr alle Dinge, die herumlagen, aufgeräumt oder im Karton habt, könnt Ihr die Dinge aus dem Karton in einem zweiten Arbeitsgang an ihre Plätze in der Wohnung verteilen.

Abschließend könnt Ihr nun die Oberflächen des aufgeräumten Zimmers oder Areals reinigen und dann zum „Sperrgebiet“ für alles, was da nicht hingehört, erklären.

Versucht einmal, von dem Moment an, wo Ihr den Bereich oder das Zimmer aufgeräumt und gereinigt habt, nie mehr etwas dort liegen zu lassen. Die Tasse wegbringen, aus der man gerade Kaffee getrunken hat, dauert nur 5 bis 10 Sekunden! Messt es ruhig nach, es stimmt wirklich. Was spricht also dagegen, die Tasse nach Gebrauch einfach in die Spülmaschine oder Spülschüssel zu räumen? 😉

Aufräumen oder Entrümpeln: Was ist da eigentlich der Unterschied?

Man könnte meinen, beides sei doch ungefähr dasselbe, aber das täuscht. Die Bewegungsabläufe dabei sind sehr ähnlich, aber das ist dann auch schon alles.

Beim Aufräumen, nimmt man Dinge in die Hand, die eine Funktion und meist auch einen Platz haben, an den sie gehören. Wenn sie noch keinen Platz haben, kann man ihnen aufgrund der vorhandenen Funktion einen Platz an einem der Funktionsorte der Wohnung zuweisen und sie dort hin räumen. (Siehe auch Wohnraumplanung.)

Beim Entrümpeln geht es ausschließlich um Dinge, die keine Funktion (mehr) für Euch haben und denen Ihr somit auch keinen Platz mehr zuweisen könnt. Sie liegen immer nur störend im Weg und verstopfen einem den Lebensraum. Es ist nicht immer leicht, diese Dinge von den Aufräumdingen zu unterscheiden. Am einfachsten geht es wirklich, wenn man sich Gedanken über die Funktion und den passenden Funktionsbereiche für die Dinge macht, wenn man es nicht spontan erkennt. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Fragen, die zur Identifikation von Krempel dienen und stellt sie sich ganz automatisch. (Siehe auch Entrümpeln und Fragen)

Eine Ausnahme bildet offensichtlicher Müll: Die Entsorgung von Müll gehört mit in den Bereich Aufräumen, obwohl Müll genauso wie Krempel keine Funktion hat. Aber man spricht ihm – im Normalfall – auch keine Funktion zu.

Die Schwierigkeit besteht nun darin, die beiden Tätigkeiten strikt zu trennen. Wenn man aufräumt, muss man sich darauf beschränken, nur Dinge anzufassen, von denen man weiß, dass sie einen Platz in der Wohnung haben und nun dort hin zurück gebracht werden wollen. Wenn man hingegen entrümpelt, darf man sich nicht dazu verleiten lassen, Dinge mit Funktion und evtl. auch einem Platz herumzutragen, denn das hält einen von der Entrümpelungsaktion ab. Natürlich ist das mitunter gar nicht so unwillkommen: Man tut etwas, das so aussieht, wie Entrümpeln, tut es aber gar nicht wirklich. So kann man sich vor der eigentlichen ungeliebten Aufgabe mit einem nicht ganz so schlechten Gewissen drücken.

Deshalb ACHTUNG: Wenn ihr plant aufzuräumen, solltet ihr NUR aufräumen, sonst wird daraus nichts. Und aus einem ungeplanten und darum unkoordinierten Entrümpeln wird auch nichts, weil gar keine Hilfsmittel parat stehen. Wenn ihr hingegen plant zu entrümpeln, solltet ihr alle andere Unordnung einfach liegen lassen, denn die ist JETZT nicht das Thema und würde Euch nur von der Entrümpelungsaktion abhalten.

Wenn Ihr beide Tätigkeiten vermischt, heißt das Ende meist: Nichts geschafft, Zeit verplempert, schlechtes Gewissen und Verärgerung. Es gibt schönere Möglichkeiten und ganz ohne schlechtes Gewissen seine Zeit zu verplempern.

 

Foto: (c) KMB