Olga Ordentlich

7. Dezember 2011

Was kann man tun, um eine schöne Weihnachtszeit zu haben?

Veröffentlicht in Kategorie Allgemein

Vergessen Sie Ihren Perfektionismus!

Mehr ist es eigentlich nicht. Wer es schafft, seine perfektionistischen Vorstellungen von einem Feiertag loszulassen, der kann entspannte und ruhige Feiertage haben.

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Setfoto vom Grinch – Foto: Superchilum

Das Leben ist kein Hochglanzmagazin und kein Weihnachtsspielfilm. Überlegen Sie mal, aus wie vielen Serien von Fotos DAS perfekte Bild ausgewählt wurde, um dann das Hochglanzmagazin zu schmücken und Sie zu begeistern. Und stellen Sie sich den Set für den Weihnachtsfilm vor, an dem Sie Ihr privates Weihnachten zu Hause zu messen versuchen: Wie oft musste die eine, die rührende, die romantische, die unglaublich ehrliche Szene wohl gedreht werden, bis sie perfekt im Kasten war? Und wieviele Leute sind um die Schauspieler herum noch an der Perfektion beteiligt. Auf jeden Darsteller kommen noch mal drei bis achtzehn Mitarbeiter im Hintergrund!

Sie haben zu Hause keinen Regisseur, auf den alle hören, damit alles perfekt wird. Und Sie werden auch nicht dafür bezahlt, dass alles so toll wie im Märchen wird. Wenn Sie einen Regisseur hätten und bezahlt würden, hätten Sie dann wirklich das Gefühl von Freude und Genuss oder wäre es dann eben doch nur Arbeit und Sie würden sich auf den Feierabend freuen, wo Sie wieder ganz Sie selbst sein dürfen? Unperfekt, in dicken Puschen, auf dem Sofa liegend mit dem Kuchenteller auf dem Bauch?

Wir wissen alle sehr genau, dass Perfektion, damit sie entstehen kann, sehr, sehr viel Arbeit bedeutet. Und doch träumen wir von einer Perfektion, die uns einfach so zufliegt. Aber ein toller Gänsebraten setzt nun mal voraus, dass die Gans geschlachtet und ausgenommen wird. Die unperfekten Sachen kommen immer zuerst. Und die nächste Runde wartet schon: Alles muss wieder aufgeräumt, gespült und sauber gemacht werden. Die wenigsten von uns haben eine Köchin, einen Butler und ein Hausmädchen, die uns diese Dinge abnehmen. Und wer sie hat, muss sie auch bezahlen. So gern wir alles „frei Haus“ hätten, es ist NICHT die Realität. Und je mehr wir uns einbilden, es sei so, desto schwerer fällt es uns, in der realen Welt zu leben ohne daran und darin unzufrieden zu sein.

Wir machen uns oft freudlos unglaublich viel Arbeit, um alles perfekt aussehen zu lassen: Wir putzen, dekorieren, kaufen ein, kochen tolle Menüs, hetzen uns ab, um alles rechtzeitig fertig zu haben und sind am Ende – dann, wenn der Genuss anfangen soll – völlig erledigt und gestresst. Da unsere Familie nicht immer unseren „Regieanweisungen“ gehorcht, haben wir bis zum Höhepunkt des Festes schon den einen oder anderen Krach hinter uns und spätestens, wenn der Punkt erreicht ist, an dem alles perfekt sein sollte, ist die Stimmung bei allen Beteiligten im Keller und wir sind völlig ausgebrannt. Und am Ende ist noch nicht mal jemand dankbar für unsere Mühen!

Bedenken Sie, dass auch Sie nicht gern für Dinge dankbar sind, nach denen Sie gar nicht gefragt haben. Ein Beispiel fernab vom Feiertagsgeschehen: Wenn Ihr/e Partner/in mal wieder erst spät nach Hause kommt und Sie sauer sind, lassen Sie da das Argument gelten sie/er arbeite ja nur für SIE so lange, damit Sie sich was leisten können? Sie wünschen sich einfach mehr Zeit miteinander und nicht mehr Euros auf dem Konto. Also hält sich Ihre Dankbarkeit sicher sehr in Grenzen, nicht wahr? Wären Ihre Kinder vielleicht viel dankbarer, wenn die Feiertage mal ohne Stress verliefen, auch wenn es dann weniger Geschenke und nur ein einfaches Essen gäbe?

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Rauhreif am Mainufer – Foto: Gerdt

Welche Dinge machen uns in der Weihnachtszeit soviel Stress?

Die Haus muss perfekt sauber sein. Aber wer sagt, dass wir erst eine Woche vor den Feiertagen damit beginnen sollen? Mit den Routinen von Olga Ordentlich hält man sein Haus im Grunde immer „gut genug“ in Ordnung. Wenn man noch eine Schüppe drauflegen will für Weihnachten, sollte man früh genug damit beginnen. Am Besten machen Sie sich dafür einen Plan und tragen die Aufgaben in Ihren Kalender ein.  Siehe auch: Startplan

Unsere Vorstellung von dem, was andere von uns erwarten, ist meist überzogen. Und sollte Tante Trude uns tatsächlich mal darauf hinweisen, dass die Fensterbank gewischt werden müsste, so ist das primär IHR Problem. Wenn es meiner Familie und mir mit einer etwas staubigeren Fensterbank besser geht, weil ich mich dafür nicht stressen musste, dann ist das wesentlich mehr wert. Und Tante Trude wird sich schon wieder beruhigen, da bin ich ganz sicher. ;-)

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Staubwedel – Foto: Tami24

Jeder muss ein tolles Geschenk (oder mehrere) bekommen. Das kann einerseits ganz schön ins Geld gehen und dadurch Stressgefühle verursachen und andererseits ist es zeitraubend, die Wünsche zu ermitteln und die passenden Geschenke dann zu besorgen. Planen Sie Ihre Ausgaben, so dass Sie Ihnen nicht über den Kopf wachsen und ein großes Loch ins Budget reißen und beginnen Sie rechtzeitig mit dem Geschenkekauf. Je früher Sie beginnen, desto günstiger können Sie oft einkaufen, da Sie dann die Vorweihnachtsaufschläge nicht mitbezahlen müssen.

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Geschenke – Foto: Sigismund von Dobschütz

Das Einpacken der Geschenke muss auch nicht am letzten Tag passieren. Viel einfacher ist es, wenn man die Dinge, die man hat, gleich einpackt. Wenn Sie im Juli ein schönes Geschenk für Ihren Onkel kaufen, dann ist es für ihn völlig egal, ob es schon im Sommer in Weihnachtspapier gewickelt wurde oder erst am Heiligen Abend. Wenn Sie Angst haben, die Schleifen könnten verknittern, dann heben Sie halt die bis zum Schluss auf, aber gegen das frühzeitige Einwickeln in Papier gibt es eigentlich keine Argumente. ;-)

Jeder muss eine tolle – am besten die perfekte Postkarte – bekommen. Ganz ehrlich: Wenn es Ihnen Ernst ist mit den Weihnachtskarten, dann können Sie die schon in den Sommer- oder Herbstferien vorbereiten. Tragen Sie sich einen Tag im Sommer oder Herbst in Ihren Kalender und werfen Sie dann am 21.12. die fertigen Karten nur noch ein. Wenn es Ihnen zu irritierend erscheint, im Sommer oder Herbst Weihnachtskarten zu schreiben, dann machen Sie es aber spätestens in den ersten Adventswochen. Andererseits gibt es ja auch schon ab Ende August Spekulatius, so what?

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Weihnachtskarten – Foto: Malene Thyssen

Die Weihnachtsdekoration lässt sich natürlich nicht auf den Sommer vorziehen, das ist selbst mir klar. ;-) Aber Sie können es in kleinen Schritten erledigen. Zum Beispiel widmen Sie in den vier Wochen vor Weihnachten jeweils einer „Dekorationszone“: 1. Woche: Küche und Diele, 2. Woche: Wohnzimmer, 3. Woche: Kinderzimmer, 4. Woche: sonstige Bereiche und Weihnachtsbaumdekoration. Wenn Sie Kinder haben, werden die Ihnen gern helfen, weil sie so mal auf eine ganz andere, viel intensivere Art miteinander etwas unternehmen.

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Christbaumkugel – Foto: Julian Nitzsche

Wenn Sie jetzt denken: „Ich habe keine Zeit, um im Sommer Weihnachtskarten zu schreiben!“ „Ich habe keine Zeit, um in der Vorweihnachtszeit mit den Kindern zu dekorieren!“ „Ich habe keine Zeit, um das ganze Jahr über nach Geschenken zu gucken und sie einzupacken!“, dann überlegen Sie mal, was Sie statt dessen dann unmittelbar vor Weihnachten leisten müssen. Und da MUSS die Zeit dann da sein. Ein paar Postkarten schreiben dauert nur 15 Minuten, Sie müssen ja nicht alle auf einmal fertig machen. Nehmen  Sie sich einen Karton, in den Sie die Adressenliste und die Karten legen. Teilen Sie den Karon durch eine Trennpappe, um geschriebene und ungeschriebene Karten zu unterscheiden und legen Sie noch einen guten Stift dazu. Jedesmal, wenn Sie auf dem Balkon sitzen und einen Wein trinken, schnappen Sie sich den Karton und schreiben drei bis vier Karten. Bis Weihnachten können Sie wahrscheinlich schon die Karten für die nächsten beiden Jahre im Voraus fertig haben, aber das wäre vielleicht doch etwas übertrieben. ;-)

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Balkon – Foto: Per Palmkvist Knudsen

Schieben Sie nichts auf, denn die Aufschieberitis rächt sich spätestens an dem Tag, an dem Sie es doch eigentlich so schön perfekt haben wollten.

Ich wünsche allen stressfreie und einfach schöne Feiertage!

 

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