Olga Ordentlich

18. Oktober 2011

Papierkram VI – Sonderaufgabe: 18. bis 28.10.2011

Veröffentlicht in Kategorie Aufgabe, Aufräumen, Entrümpeln

Zweiter Schritt: Dienstag

Können Sie von außen sehen, was eindeutig nur Werbung ist? Dann entsorgen Sie diese Dinge sofort in den Papiermüll. Wenn es ohnehin schon lange herumlag, ist es auch als Werbung nutzlos, weil nicht mehr aktuell.

Dritter Schritt: Mittwoch

Post, bei der Sie nicht von außen sehen können, ob es nur Werbung ist, öffnen Sie heute und entscheiden dann: Werbung in den Papiermüll, Nicht-Werbung in den zweiten, kleineren Karton.

Sehen sie, wie wenig nur noch echte Post ist? Und von der hat sich auch schon einiges erledigt.

Vierter Schritt: Donnerstag

Sortieren Sie die Post im kleinen Karton erst nach Absender und dann nach Datum.

Was ist noch aktuell? Alles andere, das sich bereits selbst erledigt hat, können Sie ebenfall in den Papiermüll geben.

Wieviel ist jetzt noch übrig?

Fünfter Schritt: Freitag

Alles, was nur Informationen für Sie enthält, wie z.B. die Beitragsrechnung der Versicherung, mit der Information, dass der Betrag von Ihrem Konto abgebucht wird oder der Steuerbescheid, den Sie letztes Jahr erhalten haben, kommt jetzt in den entsprechenden Ordner.

Sechster Schritt: Montag bis Freitag (machen Sie ggf. Termine bei den zuständigen Stellen)

Ist immer noch etwas in dem kleinen Karton? Müssen Sie noch eine Rechnung bezahlen? Ein dringendes Formular ausfüllen? Was immer es ist, legen Sie es nicht unerledigt weg.

Wenn es ein kompliziertes Formular ist, bei dem Sie Angst haben, sich damit zu befassen, nehmen Sie das Ding und gehen Sie zu der entsprechenden Behörde oder Institution. Dort lassen Sie sich das Teil  und alles, was Sie an zusätzlichen Papieren benötigen, erklären.  Lassen Sie sich beim Ausfüllen direkt vor Ort helfen, dafür sind die Leute da.

Klar kann man das alles auch in den Anleitungen zum Formular irgendwo nachlesen, aber wer schon Angst vor dem Formular hat, der hat genauso viel Angst vor der Anleitung mit ihrem Behördendeutsch. Und die Leute in den Behörden / Institutionen sind daran gewöhnt, dass Mensch mit ihren Fragen kommen. Es ist ihr Job, uns bei ungewohnten Formalitäten zu helfen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, sie sind wirklich sehr nett und hilfsbereit.

Nehmen Sie, wenn Sie zur Behörde oder sonstigen Institution gehen, alle Papiere mit, von denen Sie schon wissen, dass sie nötig sind. So sparen Sie sich unnötige Wege. Wenn Sie nicht alles dabei haben, notieren Sie sich alles in einer Kladde (nehmen Sie lieber für alle Notizen eine Kladde, Notizzettel verschwinden zu leicht) und erledigen dann zu Hause gleich, was noch zu tun ist. Anschließend gehen Sie mit den nun vollständigen Papieren einfach noch mal hin und lassen sich bei der abschließenden Bearbeitung des Formulars erneut helfen, wenn Sie unsicher sind, ob Sie es jetzt alleine schaffen.

Wenn alles erledigt ist – und Sie werden das schon bei den ersten Schritten auf dem Weg dorthin merken – wird Ihnen eine echte Last von den Schultern fallen!

Was tun, wenn es nicht auf Anhieb klappt?

Wenn es Ihnen sehr schwer fällt, die Post zu öffnen, wenden Sie diesen Trick an. (Dann verschieben sich die weiteren Schritte einfach um ein paar Tage, aber das macht nichts.  Sie sollten sie nur nicht aus den Augen verlieren.)

Stellen Sie sich, wenn Sie zu Hause sind, eine Eieruhr auf 60 Minuten und öffnen Sie nachdem die Uhr geklingelt hat, einen Brief. Nicht mehr! Nur einen Brief. Wenn er Werbung enthält, ab in den Papiermüll. Wenn er echte Post enthält, schauen Sie nach, wie dringend er auf Erledigung wartet.

Wenn Überziehungszinsen, Strafen, Nachteile für Sie drohen, nehmen Sie diesen Brief und erledigen Sie ihn sofort. Nur diesen einen Brief! Es ist egal, was sonst noch in dem Karton auf Sie wartet. Das hat so lange gewartet, da geht die Welt nicht unter, wenn es noch ein bisschen dort liegt.

Wenn es ein Brief ist, der nur archiviert werden muss, heften Sie ihn in den entsprechenden Ordner.

Nachdem der erste Brief erledigt ist, stellen Sie den Wecker wieder neu auf 60 Minuten. Wenn er klingelt, ist der nächste Brief dran. Gehen Sie genauso vor, wie beim ersten Brief.

Sollten Sie einmal beim Klingeln der Uhr nicht die Kraft haben, einen Brief zu öffnen, stellen Sie noch mal auf eine halbe oder ganze Stunde ein. Wenn es nicht beim ersten Klingeln klappt, dann eben beim zweiten oder dritten Mal. Sie sind der Boss! Verlieren Sie Ihr Ziel nicht aus den Augen, aber lernen Sie auch, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn man eine Sache erst nach dem zweiten oder dritten Anlauf schafft. Mit der Zeit werden Sie routinierter und schaffen es auf Anhieb.

Sollten Sie sogar ganz viel Kraft entwickeln und nach dem Klingeln einen ganzen Schwung Briefe öffnen, gehen Sie so vor: Werbung und veraltetes Zeug sofort in den Papiermüll geben. Briefe, die nur archiviert werden müssen, in den kleinen Karton legen. Verzetteln Sie sich in einem Flowzustand nicht mit Kleinigkeiten. Abheften können Sie auch, nachdem alles sortiert ist. Vielleicht finden Sie ja vier Briefe, die alle in den selben Ordner müssen. Dann wäre es vertane Energie, wenn Sie vier mal den Ordner rausholen müssen.

Anders ist das bei der ersten Arbeitsweise, bei der Sie nur einen Brief pro Stunde bearbeiten. Da ist das Erfolgserlebnis wichtiger als die mögliche Energieverschwendung. Unser Belohnungszentrum im Gehirn kann uns Flügel verleihen, wenn wir erst mal das eine oder andere kleine Erfolgserlebnis hatten. Danach geht alles viel besser und leichter. Also bringen Sie sich nicht um diese Freude.

 

 

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